Das Art. Genus (= Kniegelenk) ist ein einachsiges Schanier-Gleit- und Rollgelenk und zusätzlich noch das größte Gelenk des Körpers der Säugetiere. Eine Flexion von 130 Grad, eine Extension von 10 Grad, eine Außenrotation von 30 Grad und eine Innenrotation von 10 Grad sind die Bewegungsmöglichkeiten des Kniegelenks. Dabei spricht man bei der maximalen Extension und maximalen Außenrotation von verriegelten Stellungen. Das Kapselmuster am Kniegelenk ist Flex>Ex.
Das Art. Genus wird aus dem Femur (Condylus lateralis/medialis femoris), der Tibia (Condylus lateralis/medialis tibialis) und der Patella (Facies Patellae) gebildet. Diese 3 Knochen bilden 2 Gelenke und 5 artikulierende Flächen :
– Art. Femorotibialis
– Art. Femoropatellaris
– Menisken + Femur (je medial/lateral)
– Menisken + Tibia (je medial/lateral)
– Femur + Patella
Wie schon erwähnt gehören zum Kniegelenk auch die Menisken. Man unterscheidet zwischen dem Innen- und Außenmeniskus, wobei der innere mit dem Lig. Collaterale mediale/tibiale (Innenband) verwachsen ist und aufgrund von weit entfernten Anhaftungsstellen weniger beweglich ist als der äußere. Des Weiteren ist der Innenmeniskus sichelförmig, der Außenmeniskus ein fast vollständig geschlossener Kreis. Beide Menisken sehen von der Seite „apfelsinenscheibenförmig“ aus und dienen zum Ausgleich von Unebenheiten und Druckspannungen. Ein Vorderhorn und ein Hinterhorn sowie mehrere Bänder fixieren die Menisken an dem Tibiaplateau. Die kapselnahen 1/3 der Menisken sind aus Bindegewebe und sind an der Blutversorgung angeschlossen. Die restlichen zentralen 2/3 der Menisken bestehen aus Faserknorpel und werden von der Synovia mit Nährstoffen versorgt, was keine optimale Versorgung darstellt. Zu einem Meniskusriss kommt es meist bei fixiertem Unterschenkel – das Art. Genus in leichter Flexion eingestellt – und einer plötzlich folgenden Streck- und Rotationsbewegung. Die Patienten haben eine aktive und passive posttraumatische Streckhemmung, häufig gepaart mit starken Schmerzen, Gelenkerguss, Instabilität und Bewegungseinschränkungen. Die vollständige Genesung kann 365-400 Tage andauern.
Neben dem Lig. Collaterale mediale/tibiale gibt es am Kniegelenk noch mehr Bänder :
– Lig. Collaterale mediale/tibiale (Innenband, beschränkt AR)
– Lig. Collaterale laterale/fibulare (Außenband, dünner als Innenband)
– Lig. Cruziatum anterior/posterior (vorderes/hinteres Kreuzband, beschränken die IR, sichern das KG in der Sagittalebene; vorderes: vom lateralen Femurcondylus zum medialen Tibiacondylus; hinteres: vom medialen Femurcondylus zum lateralen Tibiacondylus)
– Lig. Patellae (Ansatzsehne des M. Quadrizeps, zur Tuberositas Tibiae verlaufend, Sesambein für besseren Hebel/Kraftersparnis des M. Quadrizeps)
– Lig. Transversum Genus (Querband zur Stabilisierung des KGs)
– Lig. Meniscofemoralis anterior/posterior (parallel der Kreuzbänder verlaufend, sichern die Menisken)
– Lig. Popliteum obliquum/arcuatum
– Retinaculum patellae longitudinale/transversale
Des Weiteren gibt es noch 3 Bursae (Schleimbeutel) und 2 Recessi (ähnlich wie Schleimbeutel, dient zur Bewegungserweiterung) :
– Bursa prae-, infra- und suprapatellaris
– Recessus infra- und suprapatellaris (volle Entfaltung bei 130 Grad Flexion)
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