Das Art. Coxae (Hüftgelenk) ist ein Kugelgelenk, genauer gesagt ein Nussgelenk, welches den Rumpf und die Beine miteinander verbindet und somit auch die Bewegungen der Beine und das damit folglich mögliche „Gehen“ ermöglicht. Das Hüftgelenk besteht aus einem Hüftkopf, dem Caput femoris, und aus einer Hüftpfanne, dem Acetabulum, welches aus den 3 Anteilen jeweils einer Beckenschaufel bildet. Das Becken teilt sich nämlich in 2 Beckenschaufeln mit je 3 Anteilen auf, die da wären :
– Os Ilium
– Os Ischii
– Os Pubis
Dort, wo alle drei Anteile aufeinander treffen, befindet sich dann das Acetabulum.
Folgende Bewegungen sind im Art. Coxae möglich :
– Flexion/Extension (130/10 Grad)
– Abduktion/Adduktion (45/35 Grad)
– Innenrotation/Außenroation (25/40 Grad)
Die Bänder des Hüftgelenks haben eine besondere Anordnung, sodass sie sich in der Extension verschrauben und das Bewegungsausmaß somit hemmen und in der Flexion voneinander lösen und somit das Bewegungsausmaß erweitern.
Die Bänder sind :
– Lig. Iliofemorale (stärkstes Band des menschlichen Körpers)
– Lig. Ischiofemorale (hemmt die Innenroation und die Adduktion)
– Lig. Pubofemorale (hemmt die Außenrotation)
– Lig. transversum acetabuli (stabilisiert das Hüftgelenk)
– Lig. capitis femoris (ernährt den Caput femoris)
– Zona orbicularis (umgibt den Collum femoris)
Die Schwachstelle der Bänderschraube liegt zwischen den Ligg. Ilio – und Ischiofemorale, weshalb der Hüftkopf meist nach hinten oben luxiert.
Zur Bewertung des Hüftgelenks gibt es 2 Winkel :
A) den CCD-Winkel
B) den Antetorsionswinkel
Zu A) :
Der Centrum-Collum-Diaphysen-Winkel (CCD-Winkel) bildet sich aus der Hauptachse des Femurschaftes und der Längsachse des Femurhalses. Der Normwert (Coxa norma) liegt bei 126 Grad. Ist der Winkel vergrößert bis auf 140 Grad, redet man von einer Coxa valga (mehr Druckbelastung, mehr Drucktrabekel). Ist der Winkel verkleinert auf 115 Grad, so spricht man von einer Coxa vara (mehr Biegebeanspruchung, mehr Zugtrabekel).
Achtung : im Laufe des Lebens verändert sich der CCD-Winkel – bei Kleinkindern ist ein vergrößerter Winkel physiologisch, bei Senioren ein verkleinerter !
Zu B) :
Der Antetorsionswinkel bildet sich aus der Collumachse und aus der Kondylenachse. Der Normwert liegt hier bei 12 Grad, weshalb der Fuß leicht nach außen „schaut“ – physiologische Rotationsstellung der Tibia (23 Grad) zur Vergrößerung der Unterstützungsfläche. Ist der Winkel verkleinert, so spricht man von einer Coxa retrotorta und der Fuß steht vermehrt in Außenrotationsstellung. Ist der Winkel vergrößert, so spricht man von einer Coxa antetorta und der Fuß steht vermehrt in Innenrotationsstellung.
Achtung : bei einem Neugeborenen beträgt der physiologische Winkel 35 Grad !
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